Cannabinoide

Cannabinoide und deren verschiedene Wirkungen

Egal ob in den sozialen Medien, in den Nachrichten oder im Privatleben, der Begriff CBD fällt immer häufiger. Doch was steckt wirklich dahinter? In diesem Beitrag erfahren Sie mehr darüber, was die sogenannten Cannabinoide und deren Rezeptoren überhaupt sind, was für Arten es gibt und welche Wirkungen diese haben.

Was sind Cannabinoide überhaupt?

In den 1960er Jahre bereits hat der Chemiker Raphael Mechoulam angefangen aktive Bestandteile der Cannabis Pflanze sowie Cannabinoide zu erforschen. Es gelang ihm, Cannabinoide in die Bestandteile Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC) zu isolieren und er legte somit den Grundstein für unser heutiges Wissen über das Endocannabinoid-System des Nervensystems. Cannabinoide sind die Bestandteile, auf welche der gesundheitliche Mehrwert der Hanfpflanze zurückzuführen ist. Durch deren chemische Verbindung können körpereigene Cannabinoid-Rezeptoren beeinflusst werden.

Aktuell kennt die Wissenschaft 113 verschiedene, aus der Hanfpflanze isolierte Cannabinoide, welche unterschiedliche Wirkungen auf den Körper entfalten können. Einige dieser Cannabinoide sind noch nicht vollständig erforscht und dennoch steht dennoch jetzt schon deren hohe Relevanz fest.

Cannabinoide haben erhebliches Potenzial im medizinischen und therapeutischen Einsatz. Aufgetragen auf der Haut können sie bei der Wundheilung entzündungshemmend wirken.

Welches medizinische Potenzial haben sie?

Cannabinoide haben erhebliches Potenzial im medizinischen Einsatz mit einer Vielzahl therapeutischer Wirkungen. Aufgetragen auf der Haut können sie bei der Wundheilung entzündungshemmend wirken. CBD Öle sollen Krämpfe und Stress-lösende Wirkungen haben und als einer der Hauptfaktoren eine schmerzlindernde Wirkung aufweisen und somit eine positive Auswirkung auf die physische und psychische Gesundheit des Menschen haben. Außerdem ist es bekannt, dass auch andere Gewächse Cannabinoide produzieren, jedoch nicht in derselben Intensität und mit demselben Wirkungsgrad wie die Hanfpflanze.

Wie wirken Cannabinoide?

Die Rezeptoren der pflanzlichen Cannabinoide wirken präsynaptisch. Dies bedeutet, dass wenn Reize in die Synapse eindringen, diese moduliert wird, um Reize abzuschwächen. Je mehr Reize also eindringen, desto stärker werden diese reduziert. Vergleichbar ist dies mit einer Sonnenbrille, welche es ermöglicht, bei strahlendem Sonnenschein ohne Einschränkungen weiterhin sehen zu können. Demnach wirkt die Sonne auf die Augen mit weniger Intensität, obwohl diese natürlich gleich stark auf die Gläser der Sonnenbrille treffen.

Ohne Cannabinoide trifft also der volle Reiz auf die Synapse. Schmerzpatienten würde durch diese Attribute ermöglicht werden, Übungen, welche im Normalfall nur unter erheblichen Schmerzen ausgeführt werden könnten, zur eigenen Genesung durchzuführen.

Cannabinoide können somit die Tür für zielführende Rehabilitation und Therapien öffnen. Sie könnten somit einen Faktor darstellen, die Lebensqualität durch die Milderung physischer und psychischer Belastung drastisch zu erhöhen. Dieser Faktor kann vielen herkömmlichen Schmerzmitteln nicht zugeschrieben werden. Durch die hohe Flexibilität können CBD Produkte für verschiedene Bedürfnisse auf die Anwendungsart angepasst werden.

Welche Wirkung haben Cannabinoid-Rezeptoren?

Was die Rezeptoren der Cannabinoide betrifft, gibt es zwei verschiedene Typen an welche das Cannabinoid andockt. Der erste Cannabinoid Rezeptor (CB1) ist vermehrt im zentralen Nervensystem zu finden. Aus diesem Grund ist es interessant, die mögliche Wirkung der Cannabinoide bei Nervenschädigungen und neurodegenerativen Krankheiten zu erforschen. Dies könnte für die Behandlung von durch den Alterungsprozess ausgelösten Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer relevant werden.

Der zweite Cannabinoid Rezeptor (CB2) ist auf den Immunsystemzellen zu finden welche am Knochenaufbau und Knochenabbau beteiligt sind. Zusätzlich liegen Cannabinoid Rezeptoren Typ 2 auf der Haut und in den Lungen. Der menschliche Körper und sogar Organe könnten dementsprechend mit Cannabinoiden behandelt werden, sofern diese mit den passenden Rezeptoren interagieren. Herkömmlich zu erwerbendes CBD Öl kann beispielsweise beruhigend und schmerzlindernd auf der Haut wirken.

Welche Cannabinoide außer CBD gibt es noch?

Tetrahydrocannabinol (THC)

THC ist der bekannteste und am besten erforschte Pflanzenstoff in Verbindung mit der Hanfpflanze. Es fällt in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz und dessen Konsum ist somit illegal. THC hat eine berauschende Wirkung und soll schmerzlindernd bzw. heilend wirken.

Cannabichromen (CBC)

CBC ist am dritthäufigsten in der Hanfpflanze zu finden. Es besitzt keinen berauschenden Effekt und ist somit legal konsumierbar. Im Falle von Verletzungen kann CBC entzündungsmildernde Wirkungen aufweisen und beruhigend und antibakteriell auf Wunden wirken. CBC hat Einfluss auf das psychische und emotionale Wohlbefinden.

Cannabinol (CBN)

CBN ist das Oxidationsprodukt von THC. CBN erhält man von gealterten und getrockneten Pflanzen. Genau wie CBC soll CBN antibakteriell und schmerzlindernd wirken sowie krampflindernd. Der bekannteste Effekt von CBN ist dessen stark beruhigende Wirkung.

Cannabigerol (CBG)

CBG ist ein Antagonist innerhalb des Systems und reduziert somit die Wirkung von beispielsweise THC. Da CBG ein nicht psychoaktiver Stoff ist, könnte dies für Patienten, als Alternative zu berauschenden Cannabinoiden dienen. CBG weist ein großes medizinisches Potenzial bei der Behandlung von Krebsarten auf. Studien der Complutense Universität Madrid aus dem Jahr 2015 ergaben, dass CBG die krankheitsbedingt reduzierten motorischen Fähigkeiten wieder herstellen könnte.

Cannabicyclol (CBL)

CBL ist das Cannabinoid, über welches bis jetzt am wenigsten bekannt ist. Aktueller Stand der Forschung ist, dass CBL keinen nennenswerten Nutzen für den Menschen hat. Es besitzt keine psychoaktive Wirkung. Ein Potenzial für die Medizin ist bis jetzt noch nicht nachgewiesen.

Tetrahydrocannabivarin (THCV)

Forscher vermuten, dass THCV die sowohl physischen als auch psychischen negativen Wirkungen von THC abschwächen könnte. Es wirkt ca. 20 % weniger psychoaktiv als THC. Ihm wird nachgesprochen den Stoffwechsel anzuregen. Durch seine fett reduzierende Wirkung könnte es eine Hilfe bei Übergewicht oder Diabetes aufweisen.

Tetrahydrocannabinol-säure (THCA)

THCA ist die THC-Säure, wessen saure Form CBD bzw. CBDA ist. Diese THCA-Säure wird durch starkes erhitzen in THC umgewandelt. THCA hat im Gegensatz zu THC keine psychoaktive Wirkung. THCA wird nachgesagt bei entzündlichen Erkrankungen hohes Potenzial für die Behandlung aufzuweisen.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.